Der Begriff “Nachtodkontakte” ist etwas sperrig, dennoch verwenden wir ihn, weil unter diesem Namen mittlerweile Studien- und Forschungsergebnisse vorliegen, aus denen hervorgeht, dass bis zu 50 % der Menschen eine solche Erfahrung im Laufe ihres Lebens machen.
Es gibt deutlich mehr Menschen, die Nachtodkontakte erlebt haben, als solche mit Nahtoderfahrungen, wobei Letztere in der öffentlichen Wahrnehmung bereits viel bekannter sind. Laut der Definition von Evelyn Elsaesser und anderen, beziehen sich Nachtodkontakte auf spontane Begegnungen mit Verstorbenen, die ohne die Unterstützung Dritter, wie etwa Jenseitsmedien, zustande kommen.
Dazu gehören unter anderem intensive und klare Träume von Verstorbenen sowie Begegnungen im wachen Zustand. Häufig nehmen Menschen auch die Anwesenheit der Verstorbenen wahr, was sich durch Sehen, Hören, Riechen oder gefühlte Berührungen äußern kann. Aus meiner Sicht zählen auch Zeichen dazu, wie zum Beispiel, wenn plötzlich das Radio angeht und ein bestimmtes Lied spielt, oder sich ein Schmetterling mitten im Winter auf den Grabstein setzt.
Ich habe persönlich von vielen solcher Erfahrungen gehört. Obwohl möglicherweise die Hälfte der Menschen diese Art von Kontakten mit Verstorbenen erlebt, ist das Thema oft mit Scham oder Ängsten behaftet, insbesondere wenn es darum geht, darüber zu sprechen. Viele fürchten, für verrückt gehalten zu werden. Gleichzeitig können Nachtodkontakte eine bedeutende Kraftquelle auf dem Weg der Trauer und allgemein in der Auseinandersetzung mit dem Tod darstellen.
Deshalb legen wir bei Lebensfluss Wert darauf, diesem Thema sowie den damit verbundenen Fragen und der Auseinandersetzung den nötigen Raum zu geben.
Silke Szymura-Laux
Silke begleitet Menschen in der Zeit zwischen Tod und Bestattung im Abschiedshaus Laux in Bad Nauheim Steinfurth, wo sie mit ihrem Mann Bernhard Laux lebt. Gemeinsam laden die beiden seit 2018 einmal im Monat zum offenen Gesprächskreis "Über den Tod reden" ein. Ihre eigene Erfahrung nach dem frühen Verlust ihres damaligen Lebensgefährten in Nepal hat sie geprägt und geöffnet für ihre heutigen Aufgaben.