Trauer – Hautnah

Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, prägt dieser Verlust unser weiteres Leben. Manchmal geht diese Erfahrung im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut. Die Ausstellung „Trauer – Hautnah“ zeigt Tattoos, die als Ausdruck von Trauer, als Erinnerung an und als Verbindung zu einem geliebten Verstorbenen entstanden sind. Neben den Tattoos werden die Menschen und ihre berührenden, persönlichen Geschichten porträtiert.

Die Idee entstand bei einem unserer Netzwerktreffen im Frühjahr 2024 in Friedberg (Hessen), bei dem Vertreter der Ambulanten Hospizhilfe Karben und der Lernpraxis Niddatal anwesend waren. Wir beschäftigten uns mit der Frage, wem Menschen von ihren Verlusten erzählen. Ihren Therapeuten, Friseurinnen und – na klar – ihren Tätowierern. Das Thema faszinierte uns so sehr, dass wir beschlossen, eine Fotoausstellung mit Trauer-Tattoos auf die Beine zu stellen. Mit dem Projekt wollten wir auch Menschen ansprechen, die das Thema Tod und Trauer sonst eher meiden. Da niemand von den Anwesenden Erfahrung mit Tattoos hatte, holten wir die Tätowiererin Ronja Nicolaidis dazu, die schließlich ihr ganzes Studio 1320 INK aus Erlensee begeisterte.

 

Im Sommer 2024 starteten wir einen Aufruf über unsere sozialen Medien und luden Menschen dazu ein, mit ihren Trauer-Tattoos bei der Ausstellung dabei zu sein. Innerhalb weniger Wochen erhielten wir über 60 Zuschriften und waren überwältigt. In einem langwierigen Prozess wählten wir schweren Herzens aus den vielen Einsendungen 20 Tattoos aus und achteten dabei auf die Vielfalt der Verlustarten, Altersgruppen und Tattoo-Motive.

Von November 2024 bis Januar 2025 fotografierte Manuela Vetter von der Ambulanten Hospizhilfe Karben in insgesamt acht Fotoshootings unsere ausgewählten Tattoos und die zugehörigen Menschen. Für die Ausstellung fertigte Bernhard Laux von Lebensfluss Begleitung e. V. 60 Holzaufsteller. Für jedes „Ausstellungsstück“ wurden drei dieser Aufsteller zusammengefügt: Zu sehen sind jeweils ein Porträtbild, ein Bild des Tattoos in Großaufnahme und eine Seite mit der Geschichte sowie weiteren Bildern – teils aus den Fotoshootings, teils privat, etwa Fotos der Verstorbenen oder wichtige Symbole und Erinnerungsstücke, die mit dem Tattoo und der Geschichte zusammenhängen.

Mithilfe von Spendengeldern, die unter anderem bei einem „Spenden-Walk-In-Day“ im 1320 INK gesammelt wurden, war es uns möglich, unsere Vision von sehr großen Fotos zur Begegnung im Raum Wirklichkeit werden zu lassen.

Im März 2025 öffnete die Ausstellung – mit freundlicher Unterstützung von Stadt und Bürgermeister – im Bürgerzentrum Karben ihre Türen. Zu unserer Freude wurde sie erstaunlich gut besucht und hat viele der Besucherinnen und Besucher tief bewegt. Ab 2026 geht „Trauer –Hautnah“ als Wanderausstellung auf Reisen. 

Wir danken allen, die zur Umsetzung unseres Projekts beigetragen haben.

Ein ganz besonderer Dank geht an die Menschen, die sich mit ihren Tattoos und Geschichten zur Verfügung gestellt haben. Ohne euch wäre nichts hiervon möglich gewesen. Danke, dass ihr dabei seid!

Unsere nächsten Termine

Gemeinsames Projekt von:

"Trauer – Hautnah" bei dir vor Ort

Die Fotoausstellung kann als Wanderausstellung gemietet und bei euch vor Ort gezeigt werden. 

Sie besteht aus 20 Holz-Aufstellern, die wiederum jeweils aus 3 Elementen zusammengesetzt sind: Portrait, Tattoo-Bild und Geschichte. Jedes Element hat die Maße 2m x 0,7m. Die Elemente können zusammengestellt als freistehende Aufsteller im Raum oder auch aufgeklappt an der Wand verwendet werden – je nach Platzmöglichkeiten vor Ort. Die volle Wirkung entfaltet die Ausstellung in möglichst großen Räumen. 

Leihgebühr: 350 Euro für max. 2 Wochen, jede weitere Woche 150 Euro