Ärztliche Leichenschau: Was passiert, wenn ein Mensch gestorben ist?

Wenn ein Mensch stirbt, muss ein Arzt oder eine Ärztin den Tod feststellen und eine ärztliche Leichenschau durchführen. Doch wen ruft man an, wenn jemand zu Hause gestorben ist? Was genau wird bei der Leichenschau untersucht? In welchen Fällen kommt die Polizei und wer bezahlt die Untersuchung?

Darüber haben wir für die Lebensfluss Show im Rahmen unseres aktuellen Themas „Biologie des Lebens und Sterbens“ mit Michael Körfgen gesprochen, der seit 40 Jahren als Arzt tätig ist und bereits viele Male die sogenannte Leichenschau durchgeführt hat. Im Podcast findet ihr das informative Gespräch in voller Länge. 

Was tun, wenn jemand zu Hause stirbt?

Bei einem unerwarteten oder plötzlichen Tod sollte natürlich sofort die 112 verständigt werden. Je nach Situation sind bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes Wiederbelebungsmaßnahmen erforderlich.

Anders sieht es aus, wenn ein schwer kranker Mensch zu Hause verstirbt und der Tod erwartet wurde. Dann kann der Hausarzt oder der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 verständigt werden. Wenn sich ein Mensch bereits in einem absehbaren Sterbeprozess befindet, ist es empehlenswert, vorher mit dem Hausarzt zu besprechen, wie im Todesfall vorzugehen ist. 

Was passiert bei der Leichenschau?

Die Leichenschau dient dazu, den Tod festzustellen sowie Todeszeitpunkt, wahrscheinliche Todesursache und Todesart zu bestimmen. Dafür wird der Körper vollständig untersucht. Der Arzt achtet unter anderem auf sichere Todeszeichen wie Totenstarre und Totenflecken. Da diese erst nach einiger Zeit auftreten, kann die Leichenschau auch erst 2-4 Stunden nach dem Tod durchgeführt werden. 

Erst wenn der Tod sicher festgestellt werden kann, wird der „Leichenschauschein“, umgangssprachlich häufig Totenschein genannt, ausgestellt. Ohne diesen darf ein Verstorbener nicht vom Bestattungsunternehmen überführt werden. Er wird ebenfalls im nächsten Schritt für die Ausstellung der Sterbeurkunde benötigt. 

Warum kommt manchmal die Polizei?

Auf der Todesbescheinigung wird zwischen natürlicher, nicht natürlicher und ungeklärter Todesart unterschieden. Kann der Arzt einen natürlichen Tod nicht ausreichend begründen oder gibt es Hinweise auf einen Unfall, Suizid oder andere äußere Einwirkungen, ist er dazu verpflichtet, die Kriminalpolizei zu informieren.

Für Angehörige kann es sehr belastend sein, wenn nach einem Todesfall plötzlich die Kripo im Haus steht. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jemand verdächtigt wird. Der Arzt ist verpflichtet, entsprechend zu handeln, wenn die Todesumstände nicht eindeutig sind. Leider bedeutet es auch, dass alle weiteren Schritte zunächst davon abhängen, dass der Staatsanwalt die Freigabe des Verstorbenen erteilt. In manchen Fällen wird zunächst eine Obduktion angeordnet, wodurch dieser Prozess besonders lange dauern kann. 

Ein praktischer Tipp von Michael Körfgen: Arztbriefe, Krankenhausberichte und wichtige Befunde zu Hause übersichtlich und griffbereit aufbewahren. Sie können einem Arzt im Notfall und auch nach einem Todesfall helfen, die Krankengeschichte schneller nachzuvollziehen und somit einen natürlichen Tod festzustellen. 

Was kostet die ärztliche Leichenschau?

Die Leichenschau wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, sondern privat in Rechnung gestellt. Michael Körfgen erklärt im Gespräch ausführlich, welche Positionen nach der Gebührenordnung für Ärzte abgerechnet werden dürfen und worauf Angehörige bei der Rechnung achten können.

Wie eine Leichenschau genau abläuft, wann sichere Todeszeichen auftreten, welche Kosten entstehen und was Angehörige wissen sollten, erklärt Michael Körfgen ausführlich in unserem Gespräch.

–> Das ausführliche Interview findest du hier: 

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Silke begleitet Menschen in der Zeit zwischen Tod und Bestattung im Abschiedshaus Laux in Bad Nauheim Steinfurth, wo sie mit ihrem Mann Bernhard Laux lebt. Gemeinsam laden die beiden seit 2018 einmal im Monat zum offenen Gesprächskreis "Über den Tod reden" ein. Ihre eigene Erfahrung nach dem frühen Verlust ihres damaligen Lebensgefährten in Nepal hat sie geprägt und geöffnet für ihre heutigen Aufgaben.