Trauer nach Suizid – (k)eine Trauer wie jede andere!?
Die meisten von uns werden Sterben als einen Prozess erleben, der sich über einen mehr oder weniger langen Zeitraum erstreckt. Andere Todesarten sind plötzlich, unvorhersehbar und überraschend. Unfälle und Gewaltverbrechen gehören dazu, Herzinfarkte und Schlaganfälle und auch die Todesart Suizid. Eine Selbsttötung ist nicht nur plötzlich und unerwartet, sie ist auch die am stärksten tabuisierte Todesart in unserer Gesellschaft und wird noch immer häufig verschwiegen; die Selbsttötung bleibt im Verborgenen, bleibt in einer Atmosphäre der Unwirklichkeit, bleibt rätselhaft und unfassbar. Um die Selbsttötung entstehen Schreckensbilder, die nicht aufgelöst werden können, weil sie meist unausgesprochen bleiben oder durch die Umwelt noch gefördert werden. Der Tod durch Suizid wird meist als radikaler Einschnitt erlebt und langfristig als Zeitmarker wahrgenommen: Es wird von der Zeit vor dem Tod und der Zeit danach gesprochen; der Tod bleibt als Zeitenwende im eigenen Leben in Erinnerung.
Gleichzeitig bleibt festzuhalten: Ein Mensch ist mehr als seine Todesart und Zugehörige sind vor allem Trauernde!
Dieser Themenabend beleuchtet das Thema „Leben mit dem Suizid“ und die Frage, wie wir Hinterbliebene in ihrer Trauer begleiten können. Er richtet sich sowohl an Betroffene als auch an deren Umfeld und an Menschen, die Zugehörige nach einem Suizid begleiten.
Elke Trevisany, Jahrgang 1967
Heilpädagogin, Trauerbegleiterin (BVT), Referentin, Trauerrednerin
Nach meiner Qualifikation als Trauerbegleiterin war ich innerhalb des Wohnprojektes von Bonn-Lighthouse (Verein für Hospizarbeit e.V.) in der psychosozialen Begleitung von Menschen in besonderen Lebenslagen und mit stark lebensverkürzenden Erkrankungen tätig. Inzwischen arbeite ich seit 10 Jahren freiberuflich als Trauerbegleiterin, Trauerrednerin und als Referentin in den Themenbereichen „Sterben, Tod und Trauer“. Seit 2011 gehöre ich darüber hinaus zum Leitungsteam der „Vertrauen-wagen-Seminare“ von AGUS e.V. (Angehörige um Suizid).
18:30 – 20:30 Uhr
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